das besondere bild (für mich)

Klar, irgendwie findet man natürlich alle Bilder gut, die man veröffentlicht. Aber es gibt daneben Bilder, die man besonders gut findet. Und das kann vielerlei Gründe haben, inhaltlich, formal, technisch. Ich habe mir vorgenommen, nun immer dann, wenn ich ein solches Bild gemacht habe, dieses besonders herauszustellen, losgelöst von der Serie, in deren Kontext es vielleicht entstanden und dort nur eines von vielen ist.

alter krug

 

Momentan ist keine Zeit für Serien, der rechte Arm ist gebrochen und fotografieren ist nur mit dem Handy möglich.  Und nun, nach fast 3 Wochen stelle ich fest, dass mir das Fotografieren echt fehlt. Fand ich bislang, dass das Fotografieren mit dem Smartphone eine schöne Abwechslung ist, so empfinde ich es nun als  nur mäßig befriedigenden Ersatz. Um so mehr habe ich mich gefreut ein Foto hinbekommen zu haben, welches mir am Ende dann doch ziemlich gut gefällt. Es gibt darauf nicht viel zu sehen. Ein reduziertes Motiv, Licht, Schatten, Gestaltung.
Jemand sagte mir, dass “die Beschränkung (ist) der Turbolader der Kreativität” sei. Klingt gut. Trotzdem freue ich mich nun darauf, dass der Arm wieder in Ordnung kommt und ich bald endlich wieder eine “richtige” Kamera bedienen kann.

 

russische wandbilder / murals from soviet barracks

wandbild

In den letzten Wochen waren unter anderem Wandbilder in ehemaligen russischen Kasernen die Hauptmotive bei meinen Fototouren. Eigentlich ist das nicht so “mein Thema”, bevorzuge ich doch eher “Lebensräume”, denen noch Spuren “echten” Lebens anzusehen sind. Das liegt vielleicht auch daran, dass es nicht so viel (kreative)  Spielräume für das (Ab-) Fotografieren von Wandbildern gibt. Aber dennoch sind diese Bilder auch beeindruckend und erzählen viel über das russische Selbstbild. Ob es nun Bilder vom Sieg über Nazi-Deutschland sind oder Motive von Raumfahrt, Märchen oder Landschaft – alle geben Einblick in die russische Kultur. Manchmal ist es beeindruckend zu sehen, wie gut sie noch erhalten sind nach den Jahren des Verfalls, manchmal stimmt es traurig, sie mit dummen Schmierereien  verschandelt vorzufinden. Diesen Beitrag weiterlesen »

einfach so

waschraum

Eigentlich stelle ich mir nicht die Frage, warum ich in meiner Freizeit mit der Kamera in der Hand durch die Gegend ziehe, fotografiere und diese Bilder dann herzeige. Ich mache es einfach. Aber ich habe kürzlich auf der Seite von kwerfeldein, dem online fotomagazin, einen sehr interessanten und daher zu empfehlenden  Artikel mit dem Titel “Suche nach Anerkennung” gelesen, der mich dann doch anregte, mal über die Frage meiner Motivation nachzudenken. Und dabei habe ich festgestellt, dass es eine Vielzahl von Gründen dafür gibt, dass ich fotografiere. Bezogen auf Lost Places ist es die Freude an Entdeckungen, das Sammeln von Motiven und das Schaffen ganz eigener Sachen. Über das Präsentieren der eigenen Bilder auf der eigenen Website oder auch Facebook erfolgt ein Austausch mit anderen Fotografen und die Rückmeldung von Personen, die das, was ich mache, wertschätzen. Ich denke alles zusammen spielt in unterschiedlicher Ausprägung eine Rolle.

Beim letzten Ausflug zu einer ehemaligen sowjetischen Kaserne waren dann aber diese Überlegungen wieder in den Hintergrund getreten. Ich bin fotografieren gegangen – einfach so.

Alle Bilder von der Tour gibt es hier zu sehen.

 

das besondere bild (für mich)

Klar, irgendwie findet man natürlich alle Bilder gut, die man veröffentlicht. Aber es gibt daneben Bilder, die man besonders gut findet. Und das kann vielerlei Gründe haben, inhaltlich, formal, technisch. Ich habe mir vorgenommen, nun immer dann, wenn ich ein solches Bild gemacht habe, dieses besonders herauszustellen, losgelöst von der Serie, in deren Kontext es vielleicht entstanden und dort nur eines von vielen ist.

So klingt Europa: LitauenIch glaube, ich war selten so schnell entschlossen das Foto genau so zu machen, wie es dann auch auf den Chip gebannt wurde. Es war bei einer Musikveranstaltung, der weltbekannte Cellist David Geringas wartete hinter der Bühne auf seinen Auftritt. Um zu sehen, wann er auf die Bühne könnte, lugte er um die Ecke. Ich sah die Situation und bemühte mich diskret auszulösen, um die Situation nicht kaputt zu machen. Wie er mir später sagte, hätte ich mir das auch sparen können, denn er hatte die Situation längst erfasst und war so nett, so lange stehen zu bleiben, bis ich mein Foto im Kasten hatte.

Was ich an dem Foto so mag ist die grafisch und reduziert wirkende Gestaltung. Die zweifarbige Anmutung ergibt sich durch das Bühnenlicht .

von geschärfter wahrnehmung und schönen wandbildern

betreten verbotenNun war ich lange nicht mehr an verlassenen Orten unterwegs um zu fotografieren. Und ich stelle fest, dass die Abstinenz die Sinne wieder für das Thema geschärft hat. Die Wahrnehmung der Orte ist eine andere, als wenn man sie dutzendhaft abarbeitet. Diese geschärfte Wahrnehmung beschränkt sich dabei nicht nur auf das Sehen, sondern schließt auch das Hören und Riechen ein, wobei sich das natürlich nur schwerlich auf einem Bild (unmittelbar) transportieren lässt. Aber diese Wahrnehmung insgesamt macht das Fotografieren an verlassenen Orten so spannend. Und wenn sich auch nur ein visueller Eindruck vermitteln lässt, so fließt doch auch das durch die anderen Sinne mitbestimmte Atmosphärische in die Aufnahmen ein. Aber vielleicht Bilde ich mir das auch nur ein.

Dieser nun besuchte Ort steht exemplarisch für die vielen anderen. Er unterscheidet sich gar nicht so sehr von den vielen anderen. Der Verfall wirkt gleichsam als Uniform (wie passend für einen Militärstandort) und gibt diesen Orten etwas Verbindendes. Die Dinge, die noch nicht zu sehr unter dem Verfall gelitten haben, machen dann den Unterschied. In diesem Fall sind es viele außergewöhnlich gut erhaltene Wandbilder. Weder witterungsbedingter Verfall noch mutwillige Zerstörung konnten Ihnen bislang etwas anhaben. Aber das ist möglicherweise nur eine Frage der Zeit.

 

Alle Bilder gibt es hier zu sehen.

das besondere bild (für mich)

Klar, irgendwie findet man natürlich alle Bilder gut, die man veröffentlicht. Aber es gibt daneben Bilder, die man besonders gut findet. Und das kann vielerlei Gründe haben, inhaltlich, formal, technisch. Ich habe mir vorgenommen, nun immer dann, wenn ich ein solches Bild gemacht habe, dieses besonders herauszustellen, losgelöst von der Serie, in deren Kontext es vielleicht entstanden und dort nur eines von vielen ist.

sporthalle

Ich fand das Bild schon gut, bevor ich es fotografiert hatte, wenn man das so sagen kann. Ich habe es ganz klar vor meinem geistigen Auge gesehen und ich war mir fast sicher, dass es das Bild des Tages sein würde. Mir gefällt die Spannung in dem Bild, die sich durch verschiedene Gegensätze in dem Bild aufbaut. Da ist das Rund des Balles und das Eckige des Basketballkorbs, der Schärfeverlauf und die Lichtsetzung, die diese Spannung erzeugen. Den Dogmatikern unter den Lost-Places-Fotografen sei gesagt, der Ball befand sich tatsächlich in der Halle und ich habe mir erlaubt, ihn zwei  Meter in die richtige Position zu bewegen … .

 

Ganzjährig geöffnet – eine Winterwoche auf Rügen

kap arkona

Man sollte meinen, „ganzjährig geöffnet“ ließe nur einen begrenzten Interpretationsspielraum, sei ziemlich eindeutig. Nicht so auf Rügen – im Winter. In diesem Falle scheint es vielmehr ein Versprechen auf bessere, wärmere und sonnigere Zeiten zu sein, in denen das jeweilige Objekt der Begierde, ein Café, Restaurant, Ausstellungsraum oder was auch immer geöffnet sein würde. Aber eben nicht im Winter.

Die ansonsten vollen Strände sind leer, ein paar Spaziergänger, die nach Bernstein suchen oder die Möwen füttern. Oder einfach nur die raue Schönheit der Natur genießen. Orte, an denen sonst Massentourismus an der Tagesordnung ist, hat man nun fast für sich allein. Und auch die Menschen, die im Sommer nur wenig Zeit für einen kleinen Schnack haben, freuen sich ob des mäßigen Andrangs darüber, mit den raren Gästen mal ein Gespräch zu führen.

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jahresrückblick / a year in review

collage2014_580Px
„Wie jetzt, das Jahr ist schon (fast) wieder vorbei?“ Das ist der erste Gedanke, der mir durch den Kopf geht, wenn ich mich an den Jahresrückblick mache. Aber wenn ich dann mal Revue passieren lasse, was das Jahr so fotografisch gebracht hat, dann waren das schon eine Menge ganz unterschiedlicher Sachen. Ganz zuerst möchte ich dabei mein 365-Tage-Projekt nennen, welches in 2014 noch bis Ende September andauerte. In dem Rahmen ist das eine oder andere Bild entstanden, welches ich selbst gerne anschaue.
Aber es gab auch weitere für mich bedeutsame Projekte. Kurze Trips führten mich in meine alte Heimat, nach Venedig und nach Paris, was natürlich fotografisch seinen Niederschlag fand. Meine Reihe „the beauty of ruins“ ist um 4 weitere Orte gewachsen. Hierbei freue ich mich insbesondere darüber, dass ich noch Gelegenheit hatte, den Spreepark in Berlin zu fotografieren, bevor er nun doch zu einer neuen Verwendung kommt. Hervorheben möchte ich natürlich auch die beiden Ausstellungen, die ich in diesem Jahr machen konnte, eine in Berlin, eine in Paris (die immer noch läuft). Das hat mir wieder besonders viel Freude bereitet.

 

Für das nächste Jahr habe ich schone einige Ideen, etwas Reisefotografie, ein paar Ruinen, aber auch andere Projekte. Aber mehr wird noch nicht verraten. So bleibt nur noch allen Betrachtern meiner Bilder die besten Wünsche für das kommende Jahr mit auf den Weg zu geben, verbunden mit der Hoffnung, dass Sie auch in 2015 das eine oder andere Mal den Weg auf meine Website finden.

 

 

Besinnliche Weihnachtsfeiertage und alles Gute für ein gesundes und glückliches Jahr 2015!

st-claus

 

*Fröhliche Weihnachten*Buon Natale*Chestita Koleda*Craciun Fericit*Feliz Natal*Feliz Navidad*Glædelig Jul*God Jul*Il-Milied It-Tajjeb*Iloista Joulua*Joyeux Noël*Kala Christouyenna*Kellemes Karácsonyi Ünnepeket*Linksmu Kaledu*Merry Christmas*Nollaig Shona Duit*Prettige Kerstdagen*Priecigus Ziemassvetkus*Roomsaid Joulu Puhi*Vesel Bozic*Veselé Vánoce*Veselé Vianoce*Vrolijk Kerstfeest*Wesolych Swiat Bozego Narodzenia*

die mauer – novembergedanken

die mauerNovember. Es ist trüb. Passend zur Jahreszeit und diesen Tagen, eingeklemmt zwischen Totensonntag und Volkstrauertag. Gerade wurde der 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer gefeiert. Diese Mauer ist nun weg. Doch es gibt noch mehr Mauern. Mauern, die sich durch unser Leben ziehen. Mauern, die am Ende stehen. Mauern, die sich nicht einreissen lassen. Oder doch?

Bei manchen Mauern muss man genauer hinschauen, um sie zu sehen, bei manchen muss man wollen, dass man sie sieht. Und manchmal ist man überrascht, was man sieht, wenn man sich traut hinzuschauen. Diesen Beitrag weiterlesen »