Wasserwandern mit dem SUP

Masuren am Morgen aus der LuftIch weiß gar nicht mehr genau, wie die Idee entstanden war. Nach dem ich bereits mehrfach in der Berliner Umgebung mit meinem aufblasbaren SUP-Board – das sind die wie Surfbretter aussehenden Sportgeräte für Stehpaddler – auf längeren Strecken unterwegs war und dabei auch mal eine Übernachtung eingeschoben hatte, wollte ich mehr. Doch wo sollte dieses „Mehr“ stattfinden? In solchen Fällen hilft das Internet zuverlässig weiter und  nach kurzer Zeit schon stieß ich auf die Krutynia in Masuren, ganz im Nordosten Polens gelegen. Unter Paddlern ist dieses kleine Flüsschen, welches mal durch Wälder, dann durch Wiesen mäandert und immer wieder die masurischen Seen durchfließt, ein echter Tipp. Damit war die Sache auch für mich klar, das wollte ich auch machen. Alle Angaben im Netz bezogen sich übrigens auf das Paddeln mit Kajaks. Dass das durchaus von Bedeutung sein könnte, sollte ich dann später noch erfahren. …

Das SUP-Board voll bepacktTag 1 (Jedrychowo – Babieta, 24 km)

Ende August war es dann soweit und bei Sorkwity, genauer in Jedrychowo. ließ ich mein Board ins Wasser des Jezioro Lampackie gleiten. Die wasserdichten Seesäcke, die meine Ausrüstung, Kleidung und etwas Nahrung aufnahmen, waren schnell in den Gepäcknetzen meines Boards verstaut. Bei an diesem späten Augustmorgen strahlendem Sonnenschein machte ich mich auf den Weg. Ich hatte das Wasser für mich allein, wie übrigens auf großen Teilen der Tour. Die Landschaft Masurens ist der nördlich von Berlin (aus dem ich stamme) nicht unähnlich. Und gleich stellte sich das tolle Gefühl ein, sich sportlich in wunderschöner Natur zu bewegen …

Feriencamp am Rande der StreckeTag 2 (Babieta – Zgon, 22,5 km)

Tage, die auf eine Übernachtung im Zelt folgen, beginnen in aller Regel immer früh. So auch in dem Fall. Die Nacht war mit 10°C schon recht frisch und der Komfortbereich meines Schlafsacks kam, wohl auch wegen der Anstrengung des Tages, an seine Wohlfühlgrenze. Ich war jedenfalls froh, dann um 6 Uhr den Gaskocher für den ersten Kaffee des Tages in Betrieb nehmen zu können. Bis dann alles so abgebaut und wieder eingepackt und auf dem Board verstaut ist, dauert es etwas und schließlich war ich dann um halb zehn unter den neugierigen Blicken zweier polnischer Angler wieder auf dem Board unterwegs. Diese Aufmerksamkeit erzeugte ich übrigens entlang der ganzen Strecke. SUP ist wohl in Polen im Allgemeinen noch nicht so bekannt und populär. Ganz sicher aber bin ich der Einzige gewesen, der mit einem SUP-Board unterwegs war und wahrscheinlich auch der Erste überhaupt, der die Krutynia mit dem SUP gepaddelt ist …

Muckersee am Morgen - still ruht der SeeTag 3 (Zgon – Ukta, 31 km)

Der nächste Tag begann gut ausgeruht und bei bestem Wetter, da das Unwetter vom Vorabend nur eine kurze Episode geblieben war. Bereits um halb acht stand ich schon wieder auf dem Board und paddelte auf den spiegelglatten Jezioro Mokre hinaus. Dabei lag eine Landschaft vor meinen Augen, die man fast schon als kitschig schön hätte bezeichnen können. Kein Lüftchen trübte die Wasseroberfläche, das warme Morgenlicht und Schäfchenwolken am blauen Himmel, Angler in ihren Booten komplettierten diese Idylle. Seeadler flogen am Himmel, Fischreiher kreuzten aufgescheucht meinen Weg, kleine Fischchen hüpften über die Wasseroberfläche wie flache Steine, die man zum Springen bringt. Diese Morgenstimmung war so schön, dass ich kurzentschlossen vom Board glitt und ein morgendliches Bad im angenehm temperierten See nahm …

Vor dem GewitterTag 4 (Ukta- Wygryny, 26,5 km)

Nach einer unruhigen, aber wenigstens nicht zu kühlen Nacht kochte ich Kaffee, und verpackte mein vom Morgentau feuchtes Zelt. Ab Ukta wurde es auch wieder deutlich weniger mit den vielen Paddlern, die ihr Boot in Krutyn mieteten und dann bis Ukta paddeln, um sich von dort wieder abholen zu lassen. Es war sonnig mit blauem Himmel und ich machte mich 10:15 Uhr wieder auf den Weg. Die ersten 10 km schlängelte sich der Fluss nach Norden und führte durch Wälder und Kulturlandschaft, aber auch durch Sumpfgebiete und feuchte Wiesen …

 

Die Bilder auf der Reise sind alle mit dem Smartphone entstanden. Das Eingangsbild ist natürlich eine Luftaufnahme … .

Den ganzen Bericht gibt es hier als PDF-Dokument zum Download. Und  ein kleines Video zu der Tour gibt es bei youtube („Wasserwandern in Masuren„) zu sehen.

 

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