Mit dem Dachzelt in der Uckermark

Uckermark statt Hamptons

ich habe kürzlich einen Aufkleber auf dem Briefkasten bei mir in der Straße gesehen. Da stand durchgestrichen „Hamptons“ drauf und darunter „Uckermark“. Nun war ich noch nicht in den Hamptons aber ich denke, was den New Yorkern diese Landschaft ist, bedeutet den Berlinern die Uckermark. Und das kann ich voll und ganz unterstreichen. Die Uckermark, nördlich von Berlin gelegen, ist in relativ kurzer Zeit zu erreichen (wenn die Berliner mal nicht wieder die Ausfallstraßen und Autobahnen Richtung Norden lahmgelegt haben – was nicht selten vorkommt). Dadurch ist diese Region ein beliebtes Ziel der stressgeplagten Hauptstädter.

Freizeitparadies für Buletten

Im Vergleich zu den anderen, ebenfalls sehr schönen Landstrichen um Berlin – insbesondere die Mecklenburgische Kleinseenplatte – scheint es hier bei weitem nicht so überlaufen zu sein. Obwohl man natürlich die Buletten, so werden die Berliner liebevoll von den Uckermärkern genannt, überall und in reichlicher Zahl findet. Aber es verwundert auch nicht. Nur wenige Kilometer vom Hauptstadtmoloch entfernt, taucht man ein in wunderschöne Naturlandschaften, wie sie vielfältiger und abwechslungsreicher nicht sein könnten. Sanft geschwungene Hügel, Wälder und immer wieder Seen, Seen, Seen. Da kommt man als aktiver Mensch gut auf seine Kosten. Für Wanderer und Wassersportler ist es ein Paradies. Aber auch Müßiggänger, die einfach mal nur die Seele baumeln lassen wollen, kommen voll auf ihre Kosten.

Wandern in der Uckermark

Nun war ich am Wochenende (wieder mal) in der Uckermark unterwegs, mit Dachzelt, Wanderstiefeln und meinem Standuppaddle-Board. Trotz der derzeit hohen Temperaturen ließ es sich prima aushalten. Die Wanderung führte entlang der Ufer mehrerer Seen, über Felder, durch Wälder und an mehreren Stellen stieß ich auf Spuren der ehemaligen Anwesenheit der Sowjetarmee. Hatte diese doch zu DDR-Zeiten hier einen großen Militärstandort und Übungsplatz (siehe hierzu auch meinen Fotoartikel auf Spiegel online ). Die Flora und Fauna ist begeisternd farbenprächtig und abwechslungsreich. Rehe und Kraniche, aber leider auch Mücken und Zecken traf ich bzw. begleiteten mich auf meiner Wanderung (siehe auch Tour bei Komoot). Ich erschreckte nicht wenig, als nur 2 Meter von mir ein Reh aus tiefem Schilf aufsprang und davonlief. Oder der Rehbock, der mich zu spät sah und auch nur wenige Meter vor mir halt machte und laut meckernd in dem hüfthohen Gras davonsprang.

Standuppaddling in grandioser Natur

Auch auf dem Wasser lässt sich die Uckermark gut erkunden. Ich machte mit dem SUP-Board eine Tour (siehe auch Tour bei Komoot) auf dem Röddelinsee bis rüber zur Havel. Es war angenehm wenig Verkehr auf dem Wasser, was wohl daran lag, dass zwei wichtige Schleusen nicht in Betrieb waren. Mich erinnerte die Landschaft an meine Tour auf der Krutynia im vergangenen Jahr und ich fragte mich, warum ich eigentlich die 800 km Anreise in die Masuren auf mich genommen hatte. Von oben erinnert diese Wasserlandschaft der Uckermark an einen Urwald. Die Geräuschkulisse, die die Vogelwelt in diesem Gebiet produziert und die aus den am Wasser liegenden Wäldern schallt, ist von geheimnisvoller Schönheit.

Zur Fotogalerie geht es hier.

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