Mit dem Dachzelt um das Stettiner Haff

Genau richtig für ein langes Wochenende

Eine Tour um das Stettiner Haff ist genau das richtige Vorhaben für ein verlängertes Wochenende im Mai. Die Distanz ist nicht zu lang von Berlin aus. Und die Anreise braucht nicht viel Zeit, wenn man erst mal Berlin und die Baustellen hinter sich gelassen hat. Wie es sich für einen ordentlichen Roadtrip gehört, stand die Reise unter dem Motto „der Weg ist das Ziel“. So ließ ich mir auch Zeit und entschied mich, auf dem Weg zum Stettiner Haff noch im schönen Land Brandenburg anzuhalten und zu übernachten. Auf Google Maps hatte ich mir auch schon einen schönen Platz rausgesucht und ließ mich also von meinem Navi dorthin leiten. Nach dem ich die Autobahn verlassen hatte und die Wege immer schmaler wurden, ich mich dem Zielort für die Nacht näherte, kam mir ein Auto entgegen. Ich wunderte mich noch über den verwunderten Gesichtsausdruck des Fahrers. Noch mehr wunderte ich mich aber, dass dieses Auto auf einmal wieder hinter mir war. Nach dem ich angehalten hatte, sah ich mich schneller als ich gucken konnte einem Vortrag ausgesetzt, in dem ich mir das Brandenburger Waldgesetz nebst umfangreichem Bußgeldkatalog anhören musste. Da ich ein folgsamer Bürger bin, nickte ich brav und machte mich nun gezwungenermaßen auf die Suche nach einer Alternative für die Nacht.

Die Grenzen der Planung am Rechner

Natürlich hatte ich mir schon vorher ein paar Alternativen am heimischen PC rausgesucht. Doch ich stellte schnell fest, dass die Erkundung am Monitor nicht viel mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort gemein hatte. Meine Alternativen stellten sich sämtlich als ungeeignet heraus und so fuhr ich weiter in den später werdenden Abend. Ich wurde zunehmend unruhig, da ich es unbedingt vermeiden wollte, in der Dunkelheit einen Stellplatz suchen zu müssen. Aber der Dachzeltgott hatte ein Einsehen mit mir und rechtzeitig zum Sonnenuntergang fand ich mich auf einem Feldweg zwischen sanft geschwungenen, uckermärkischen Hügeln wieder.

Sackgassen

Mein Ziel war, einmal um das Stettiner Haff herum zu fahren. Und zwar möglichst nah an der Küste. Doch das war leichter gesagt als getan. Immer wieder endeten die Straßen als Sackgasse im Nirgendwo. Zwar im landschaftlich reizvollen Nichts, was aber nichts daran änderte, dass ich dort trotzdem nicht weiterkam. Aber diese Sackgassen hatten auch einen weiteren Vorteil, führten sie mich doch in Orte und Landstriche, die die Zeit vergessen zu haben schien. Und das mag ich ja … . Dieses trifft insbesondere auf die polnischen Ufer des Haffs zu, bei denen sich des Öfteren der Eindruck einer Zeitreise aufdrängte. Die so von den Menschen in Ruhe gelassene Natur gibt es durch Vielfalt und Üppigkeit vielfach zurück.

Zu bedenken bei der Planung ist noch der Umstand, dass es am nördlichen Rand des Haffs nur die Möglichkeit gibt, mit der Fähre von der einen auf die andere Seite zu gelangen. Die Fähre ist unentgeltlich und stellt auch so kein größeres Problem dar. Allerdings sollte man sich hierüber im Klaren sein und dass dies unter Umständen zu einem Zeitproblem führen könnte.

Landschaften

Die deutschen und die polnischen Landschaften entlang des Ufers des Stettiner Haffs unterscheiden sich kaum. Die deutsche Seite ist eher stärker landwirtschaftlich genutzt und wirkt „aufgeräumter“. Die polnischen Gegenden wirken ursprünglicher, bieten noch mehr unberührte Natur und wirken etwas verlassener. Aber das ist, je nach Betrachtung und Erwartung, ja Vor- oder Nachteil zugleich. Mir persönlich hat das eher gefallen und ich könnte mir vorstellen, noch einmal in diese Gegend zurückzukommen und diese weiter zu entdecken. Schön war es, dass ich hierfür schon viele Ideen für Übernachtungsplätze mit dem Dachzelt sammeln konnte und mir oben beschriebene Fehler bei der Suche sparen kann.

Wer Lust hat, mehr Bilder zu sehen und den Tourverlauf nachzuvollziehen kann dies hier tun (Reiseblog bei Polarsteps).
Und wer gerne noch bewegte Eindrücke von der Reise sehen möchte, findet hier das passende Filmmaterial.

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