Mostar

Traurige Berühmtheit …

Diese Stadt im Südwesten Bosnien-Herzegowinas hat während des Bosnienkrieges in den 1990er Jahren traurige Berühmtheit erlangt. Dieses lag neben den kriegerischen Auseinandersetzung vor allem auch an der Zerstörung der für Mostar so bekannten Brücke, die den moslemisch geprägten bosnischen Teil mit dem christlich geprägten kroatischen Teil verbindet. Um so bedeutsamer war dann in der Folge des Krieges der Wiederaufbau dieser Brücke. Ich hatte immer mal wieder Bilder hiervon gesehen und wollte nun unbedingt einen persönlichen Eindruck von dieser Stadt gewinnen.

… in zauberhafter Lage

Auf meiner Hinreise nach Albanien, hatte ich wetterbedingt die geplanten Ziele in Slowenien (Bled) und Kroatien (Plitvicer Seen) ausfallen lassen. So war Mostar das wettertechnische Licht am Horizont, das südlich genug lag und damit deutlich besseres Wetter in Aussicht stellte. Der Weg nach Mostar führte über Berge und durch Täler und nahm einige Zeit in Anspruch, nach dem ich das kurze Stück bosnischer Autobahn verlassen hatte. Aber irgendwie hatte ich auch den Eindruck, dass hier nun meine Reise erst so richtig anfing, war ich doch bislang vornehmlich auf Autobahnen unterwegs.

Die Lage Mostars ist beindruckend. Die Stadt liegt in einem Kessel und man hat einen tollen Blick von oben. Mostar liegt an einem Fluss, der türkisblaues Wasser führt. Auffallend waren gleich die über die Dächer der Altstadt aufragenden Symbole unterschiedlicher religiöser Auffassungen. Auf der einen Seite christliche Kirchtürme, auf der anderen Seite muslimische Minarette. Ich hatte unterwegs schon große Installationen christlicher Kreuze bemerkt. Man zeigt, was man glaubt. Nun denn, für mich ist das als nicht religiöser Mensch etwas befremdlich. Vor allem, wenn man an die religiös motivierten / begründeten Auseinandersetzungen hier denkt.

Die Brücke „Stari Most“

Das touristische Herz Mostars ist natürlich die Altstadt und die Brücke. Und wie das leider so touristische Hotspots mit sich bringen, ähneln sich diese in gewisser Weise im Werben um die Aufmerksamkeit (und das Geld) der Touristen. Die Altstadt Mostars ist dann auch voll mit Menschen, Souvenirshops und Restaurants. Die Hauptattraktion ist natürlich die Brücke. Die ohnehin gegebene Aufmerksamkeit nutzen wagemutige Einheimische als Brückenspringer. So haben auch sie Ihren Anteil am touristischen Interesse. Das macht schon ein wenig Sorge, wenn man sieht, wie wenig Wasser der Fluss (derzeit) führt.

Je weiter man sich von der hübsch renovierten Altstadt entfernt, desto häufiger wird man an die Geschehnisse des Bosnienkrieges erinnert. Ruinen und Einschusslöcher sprechen eine eindeutige Sprache. Jedoch fällt es schwer vor dem Hintergrund des touristischen Treibens sich vorzustellen, was für schlimme Sachen hier vor nicht all zu langer Zeit passiert sind.

Netter, kleiner Campingplatz

Alles andere als schlimm war der kleine (einzige) Campinglatz, den ich für die Übernachtung gewählt hatte. Ziemlich zentral, dennoch ruhig und direkt am Fluss gelegen. Betrieben von einem jungen Mann, der den Platz erst die erste Saison betreibt und den Blick nach vorne und nicht zurück in eine düstere Zeit richtet.

Kleiner wertvoller Hinweis

Bosnien-Herzegowina, genauso wie Montenegro und Albanien, Nordmazedonien und der Kosovo gehören nicht zur EU. Das bedeutet in Bezug auf die Nutzung von mobilen Endgeräten teure Tarife. Beim Smartphone denkt man schon eher daran, diese nicht zu nuzten bzw. eine entsprechende Prepaidkarte des jeweiligen Landes zu besorgen. Doch das betrifft auch die Geräte zur reinen Datenkommunikation (mobile Router etc. ), die man leicht mal vergessen kann. Und das kann sehr teuer werden!

Wer Interesse an einem detaillierten Verlauf der Reise über den westlichen Balkan mit mehr Geschichten und mehr Bildern hat, kann sich hier mein Reisetagebuch anschauen.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , , , , , , , , , , , .