Plitvicer Seen

Auf meiner Reise über den Westbalkan wollte ich unbedingt auch einen Stopp an den Plitvicer Seen einlegen. Auf dem Hinweg machte mir das schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung. Da ich mir die Plitvicer Seen als Objekt meiner fotografischen Begierde gewählt hatte, sollte ja auch das Licht stimmen. Nach dem ich also wieder auf dem Rückweg gen Heimat war, wagte ich einen zweiten Versuch.

… der frühe Vogel …

Da ich erst relativ spät in Plitvice ankam, suchte ich mir einen Campingplatz in der Nähe. Denn, soweit ich das herausfinden konnte, bietet es sich auf jeden Fall an, frühzeitig den Nationalpark aufzusuchen, da der Zutritt wegen des großen Besucherandrangs reglementiert ist. Es sind Slots definiert, in denen jeweils immer nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern Zutritt erhält. Klingt komisch, macht aber total Sinn, wie ich später erfahren sollte. Offenbar stehen die Plitvicer Seen auf der Bucket List für (vor allem) chinesische Touristen. Die treten dort Busladungsweise auf.

Happige Eintrittspreise

So war ich dann auch schon morgens um 7:30 Uhr am Kassenhäuschen. Es war zwar erfreulich leer, das konnte meine leichte Verstimmung in Bezug auf den hohen Eintrittspreis aber nur mäßig mildern. 35,- Euro werden für den Eintritt aufgerufen. Im Normalfall hätte ich mich da auch verweigert, aber da ich nun mal da war und es auch mein zweiter Anlauf war, machte ich gute Miene zum bösen Spiel und löste die Eintrittskarte für den Nationalpark Plitvicer Seen.

Wenn Lauffaulheit zum Problem wird

Drinnen war es dann erfreulich leer. Schnell merkte ich aber, dass es nicht so bleiben würde. Immer schneller füllte sich der eigentlch weitläufige Nationalpark mit immer mehr Menschen. Die Weitläufigkeit des Areals kam aber auch nicht wirklich zum Tragen, da sich die meisten Menschen im vorderen Bereich aufhielten, in dem bereits alles zu sehen ist, was den Reiz dieses Parks ausmacht: Klare Seen und pittoreske Wasserfälle.

Fotografische und andere Herausforderungen

Ich wollte unbedingt Langzeitbelichtungen von diesen Wasserfällen machen. Das ist sicher nicht besonders originell und auch schon tausendmal gesehen. Aber das ist wie beim Briefmarkensammeln, ich wollte das Motiv unbedingt … . Und da zeigte sich das nächste Problem: Viele Bereiche sind nur auf Holzstegen zugänglich. Und … genau: Diese schwingen, was einer Langzeitbelichtung ganz und gar nicht zuträglich ist. Je mehr Menschen (s. o.) sich darauf bewegen, desto mehr schwingt es … . So wurde das Vorhaben weniger eine fotografische als eine mentale Herausforderung … uuuuuaaarrrgh … .

Lessons learned

Und am Ende bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich wohl doch lieber die ruhigen, einsameren Orte mag und diese den touristischen Hotspots vorziehe. Wenn das den Verzicht auf das eine oder andere Motiv bedeutet, dann soll das in der Zukunft wohl so sein.

Wer Interesse an einem detaillierten Verlauf der Reise über den westlichen Balkan mit mehr Geschichten und mehr Bildern hat, kann sich hier mein Reisetagebuch anschauen.

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